Attraversiamo - mail für dich: Advent und 5 Prioritäten im Leben (15)

15. Ausgabe von Attraversiamo - mail für dich

Liebe bisherige Teilnehmende von Attraversiamo und Grenzgänger, liebe Coaching-Klienten, liebe Interessierte!
Wie immer gilt: eine kurze Nachricht genügt, wenn ihr nicht länger auf dem Verteiler sein wollt.

Das Foto, das ihr seht, stammt von meiner Reise in den Oman im November und zeigt einen Weihrauchbaum im Wadi Dawkah. Ich war schon mehrfach beruflich dort, doch diesmal wollte ich tiefer eintauchen – Land, Leute und den Islam besser verstehen.

Reisen sind für mich auch Gelegenheiten, menschliche Grundprinzipien zu erforschen, Analogien zu finden und meine eigenen Denkweisen zu hinterfragen. Eine ähnliche Reflexion hatte ich Ende Oktober bei einem Vortrag über die Gebetsauffassung von Ignatius von Loyola, einem der Mitbegründer der Jesuiten. Besonders beeindruckt haben mich die Betonung der persönlichen Reflexion und die „Unterscheidung der Geister“. Diese Ansätze verbinden sich m.E. auch in der Arbeit mit der Boudewijn Vermeulen® Methode.

Dabei bin ich auf folgende Lebensprioritäten der Jesuiten gestoßen:

  1. Guter Schlaf
  2. Gesunder Körper
  3. Innere Versenkung
  4. Soziale Beziehungen
  5. Arbeit

Vielleicht überrascht dich die Reihenfolge. Für mich war sofort klar, dass sich zu jeder Priorität Methoden zuordnen lassen:

  • Guter Schlaf: Entspannung, Balance von Körper, Geist und Seele.
  • Gesunder Körper: Feldenkrais-Übungen, Spürbewusstsein.
  • Innere Versenkung: Bewegungsmeditation, Dyaden, Zwei|Kräfte®-Prozess, Reflexion.
  • Soziale Beziehungen: Vermeulen Analyse Modell® (kritische Beziehungen klären).
  • Arbeit: Berufliche Themen in Dyaden bearbeiten.

Advent: Eine Einladung zur Selbstfürsorge

Gerade die Vorweihnachtszeit empfinden viele als stressig – Erwartungen, Jahresendhektik, oder auch Enttäuschungen über Unerledigtes und dass das Jahr anders als erhofft verlaufen ist. Vielleicht hilft dir eine Orientierung an den oben genannten fünf Prioritäten. Für alle, die bereits mit den genannten Übungen bei Attraversiamo, Grenzgänger oder im Coaching in Berührung gekommen sind, möchte ich sie besonders ans Herz legen. Sie sind Schlüssel zu Orientierung und Selbstfindung – gerade in anspruchsvollen Zeiten.

Falls du denkst: „Für Übungen habe ich keine Zeit!“ – hier ein simpler Tipp, der mir oft hilft: Wenn ich merke, dass ich schlechter Laune bin, ohne den Grund zu kennen, vereinbare ich ein kurzes Telefonat mit meinem Sparringspartner Eilhard. Vielleicht hast du bei Attraversiamo oder Grenzgänger jemanden kennengelernt, mit dem du so eine Partnerschaft aufbauen kannst? Wenn nicht, rufe mich an.

Und wenn du keinen Zugang zu dieser Akuthilfe hast, dann stell dir einfach die Frage: „Wem nützt es, dass es so ist, wie es ist?“ und beantworte sie dir ehrlich. Und vielleicht schilderst du mir anschließend deine Erfahrungen mit diesem „Life Hack“

Was ich dir von mir erzählen möchte/ in eigener Sache:

Den mit Seminar- und Projektterminen gefüllten Wochen im September bis Anfang Oktober folgte der Urlaub. Danach waren Zeit und Raum, alles liegen Gebliebene zu bearbeiten. Und doch stockte meine Motivation – ich musste sogar auf ein Telefonat mit Eilhard zurückgreifen. Meine klassischen Seminare und Beratungsprojekte werden immer weniger. Ich stecke also auch in einer persönlichen Transformation, die mir mal leicht und mal wieder schwerfällt. Für mich habe ich Klarheit, was mir wichtig ist und was ich tun will. Dennoch fällt es mir schwer, das Alte loszulassen. Aber warum sollte es mir auch besser gehen als meinen Kunden und Klienten? Vielleicht hilft mir die Auseinandersetzung mit einer Thematik weiter, auf die ich unten unter Ausblick hinweise.

Laut aktuellen Studien gehen 20 % der Arbeitszeit durch unproduktive Tätigkeiten verloren und 17 % aller Krankheitsausfälle sind psychosomatisch bedingt, oft durch Überforderung bzw. dem Umgang damit. Ich habe daher HR-Verantwortliche angesprochen und mein Einzelcoaching und Coaching-Seminare angeboten - mit mäßigem Erfolg. Dann bin ich direkt an die Führungskräfte gegangen. Einige haben ihren Mitarbeitenden die Teilnahme an meinem Grenzgänger-Seminar angeboten (volle Kostenübernahmen durch den Arbeitgeber) und die Mitarbeitenden haben dennoch abgelehnt. Daraus mein Fazit: B2C, also der Vertrieb direkt an den Endkunden (als Privatperson) ist der richtige Weg – mit dem ich mir schwertue.

In einer Braintrust-Veranstaltung von Werner habe ich dazu folgende Fragen im Speed-Coaching gestellt: „Was würde dich bewegen, ein achttägiges Seminar zu besuchen? Und welchen Preis wärst du bereit dafür zu zahlen?“

  • Die Antworten zusammengefasst: „Wenn das Seminar genau mich als Zielgruppe und meine persönlichen Bedarfe anspricht“.
  • Meine preislichen Konditionen wurden bestätigt.
  • Meine Konsequenz: ich werde meine Zielgruppenorientierung hinterfragen und entsprechend meinen Außenauftritt, mein „Schaufenster“ anpassen.

Meine Frage an dich: Was würde dich zu einem achttägigen Seminar bewegen?

Auf dem weiteren Weg der Zielgruppenausrichtung werde ich mich auch immer wieder an meine Erkenntnisse aus dem Film „Der Buchspazierer“ erinnern. Meine Gedanken dazu findet ihr auf LinkedIn: 

https://www.linkedin.com/posts/uwe-fischer_inspiration-berufung-persaemnlichkeitsentwicklung-activity-7254159549790654465-hcmj?utm_source=share&utm_medium=member_desktop

Ein Ausblick – Thema der nächsten Ausgabe

Aus meiner Auseinandersetzung mit der eigenen Transformation und persönlichen Themen bin ich auf den Begriff der „Kriegsenkel“ gestoßen. Ein Zitat aus Matthias Lohres Buch „Das Erbe der Kriegsenkel“ beschreibt treffend, was viele empfinden:

„Wer sein Innenleben nicht spüren kann, sucht umso stärker die Aktion in der Außenwelt. Arbeit und äußere Reize verschaffen Linderung. Bleibt die Bestätigung durch die Außenwelt aus, ist es ihnen, als existieren sie nicht.“

Welche Ansätze es gibt, um mit solchen Themen zu arbeiten, werde ich in der nächsten Ausgabe vorstellen - wie auch das Ergebnis meiner Zielgruppenbetrachtung.

Und zum Ende

Vielen Danks fürs Lesen bis zu dieser Stelle. Am Ende einer langen E-Mail diese Mal ein Zitat und zwei Wünsche:

„Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung derer, welche sich die Welt nie angeschaut haben."

(wird Alexander von Humboldt zugeschrieben)

Schau dir die Welt an, mit allen Sinnen – und du wirst dich entdecken!

Lass dich den Advent und Weihnachten genießen!

Uwe