Attraversiamo - mail für dich: Fokussierung und Gelassenheit (4)

4. Ausgabe von Attraversiamo - mail für dich

Liebe/ lieber Kerstin, Thomas, Frank, Michael, Dörtje-Maria, Leni, Serge, Juri, Harald, Michael, Godela, Gerald, Thomas, Michaela, Ina, Michael, Sibylle, Felix, Corinna, Christa, Svenja, Martina, Estelle, Michaela, Anne, Heino, Oliver, Werner, Monika, Georg, Christine, Jan, Kerstin, Susanne

hallo!

 

Nun ist es eine lange Zeit geworden seit der letzten Attraversiamo – mail für dich.

Und ich wechsle auch das geplante Thema. Da ich selbst noch am Buch Die 1%-Methode – Minimale Veränderung, maximale Wirkung: Mit kleinen Gewohnheiten jedes Ziel erreichen - Mit Micro Habits zum Erfolg“ von James Clear lese warte ich ab, bevor ich euch mit meinen Erkenntnissen konfrontiere und Gefahr laufe, schlaue Tipps abzugeben.

Stattdessen schildere ich euch meine Erfahrungen und Erkenntnisse aus den letzten Wochen:

Fokussierung tut mir und meiner Arbeit gut

Damit gemeint ist, dass ich trotz der vielen Bälle, die ich in der Luft versuche zu halten, mich immer auf den aktuellen fokussiere. Z.B. wenn ich mehrere Online-Seminare innerhalb von zwei Wochen laufen habe. Da war es so, dass ich Montag/Dienstag teil 1 Gruppe 1 und Donnerstag/Freitag in Gruppe 2 hatte. Die Woche darauf dann das gleiche für Teil 2. davor und danach noch ein länger laufendes Seminar. 2 Sprachen, 4 Zielgruppen, online und Präsenz. Und überall da gleiche inhaltliche Thema. Davor habe ich gehirnt, wie ich das alles auseinander halten kann: wieweit bin ich jeweils gekommen, wo habe ich spontan welche Konzentrationsübung eingebaut, wo welchen Witz gemacht? Und viel wichtiger: wie kann ich, insbesondere bei online Seminaren, immer wieder den persönlichen Bezug herstellen, die lebendige Arbeitsatmosphäre schaffen? Wo war die gestresste Alleinerziehend mit unruhigem Home-Office Arbeitsplatz? Wie habe ich den detailverliebten Kontroletti das letzte Mal aus der Reserve gelockt? Um was ging es in den Fallstudien, die die Teilnehmenden selbst erarbeitet haben.

Klar habe ich Aufzeichnungen, Checklisten, Mustervorlagen. Wirklich zur Ruhe in meinem Hirnen hat mich diese Erfahrung gebracht: Wenn mein Seminar um 9:00 beginnt, fokussiere ich ab dem Frühstück nur auf dieses eine Thema. Auch wenn eigentlich noch viel Zeit ist und ich eine Menge anderen Aufgabe, E-Mails, Telefonate usw. erledigen könnte. Das gleiche ab Mittag, wenn das Seminar um 14 Uhr startet. Geklappt hat das mit einer Abmachung mit mir selbst: „Sobald das Seminar bzw. der Block rum ist, darf ich wieder alles gleichzeitig machen, was ich will“. Typischerweise habe ich von dieser Freiheit meist keinen Gebrauch gemacht. Und wenn mir in der Fokuszeit doch ein anderer Gedanke in die Quere kommt? Notieren und elektronisch oder in Papier und vor allem gedanklich zur Seite legen.

Wie geht ihr mit der Fokussierung um? Wie gelingt sie euch? Oder wie schafft ihr es, viele Gedankenstränge zur gleichen Zeit zu verfolgen?

 

Aus meiner Erfahrung abgeleitet möchte ich diese zwei Aspekte mit euch teilen:

Viele Bälle in der Luft halten“: die Fähigkeit, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren (siehe Bild von Pixabay im Anhang)

Für einen geübten Jongleur ist die Anzahl der Bälle nicht entscheidend (innerhalb gewisser Grenzen), nur für Anfänger. Grund: 2 Bogengrad der Flugbahn reichen aus, wenn sie beobachtet werden. Rest ist trainierter Automatismus. D.h. gute Jongleure müssen nur einen Bruchteil der Flugbahn eines einzelnen Balles beobachten, um daraus alle Informationen zur Korrektur der Flugbahn zu erhalten, wenn der Ball wieder durch die Hand kommt. 

Gelassenheit

Sehr oft trage ich in mein Wünschebuch ein: ich wünsche mir ein entspanntes Wochenende, einen entspannt verlaufenden Workshop, ein entspanntes Gespräch mit Kunden u.ä.. Ein Artikel in der aktuellen Ausgabe von Geo hat mich dazu gebracht, für mich das Thema Gelassenheit zu reflektieren. Gelassenheit ist eine Haltung. Entspannung hingegen ein Zustand, den ich mit entsprechenden Übungen und Verhaltensweisen erreichen kann. Und der vergänglich ist bzw. immer wieder neuer aktiver Entspannung bedarf. Vielleicht experimentiert ihr mal, während ihr diese Mail lest: wie sitzt ihr da? Wie gestaltet ihr den Kontakt zur Sitzfläche, welche Qualität hat er? Und dann scannt euren Körper durch. Welche Muskeln spannt ihr an, die ihr eigentlich gerade gar nicht benötigt? Erlaubt euch, diese Anspannung nachzulassen. Und so nehmt Schritt für Schritt jede unnötige Anspannung aus dem Körper. Und wenn ihr einfach von der Sitzfläche getragen werdet ohne weitere Anspannung, dann beobachtet euren Atmen wie er ein- und ausfließt. Das ist mein persönliches „Entspannungsgefühl“: alle Muskeln sind ohne Anspannung, mein Gewicht gebe ich ohne weitere Anstrengung an die Sitz- oder Liegefläche ab. Mein Atem fließt frei und ohne ihn zu steuern.

Ich habe euch aus dem Geo Artikel den ersten Abschnitt angehängt. Wenn euch der gesamte Artikel interessiert empfehle ich den Erwerb des Heftes (Papier oder PDF). Ein Abschnitt darin, in dem es um die Selbstbestimmtheit geht, erinnert mich an Aussagen von Virginia Satir in ihrem Buch “Meine vielen Gesichter“. Dort geht es darum, dass wir selbst die Regie führen. Regie wenn es darum geht, welches unserer Gesichter wir zeigen: Liebe, Ärger, Hilflosigkeit, Angst, Wut, Macht, Intelligenz, Manipulation, ….

Laut dem Geo Artikel war Gelassenheit für den Philosophen Platon war er eine der vier Grundtugenden, mit denen das Leben gelingt.

Ihr dürft von mir meine Begriffe wissen, an denen ich meine Lebendigkeit und Entwicklung orientiere:  Gelassenheit, Achtsamkeit, Freiheit, Reflektion, Demut

Und ihr dürft auch wissen, dass mir das nur zeitweise gelingt.

 

Am Freitag verabschiede ich mich in den Urlaub. Davor habe ich für mich noch viele Herausforderungen an meine Gelassenheit eingeplant.

Euch wünsche ich Gelassenheit, Genuss am Sommer – und dass ihr gesund und munter an Geist, Körper und Seele durch die bewegten Zeiten kommt!

Neben einem Wunsch lasse ich in jede Ausgabe von Attraversiamo – mail für dich auch Dank einfließen. Heute danke ich Leni und Jan für ihre E-Mails, die ich noch nicht beantwortet habe. Ihr könnt euch sicher sein: es liegt weder an der E-Mail noch an euch…..

Uwe